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DFG-Projekt, 2008 – 2010

The Dynamics of Interparty Competition

Unser Projekt leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis der Dynamiken des programmatischen Parteienwettbewerbs. Wir analysieren in einer theoriegeleiteten empirischen Studie die Entwicklung der Parteiprogramme von Parteien in der Nachkriegszeit. Der Untersuchungszeitraum und die erfassten Parteien variieren je nach Fragestellung. Unser Fokus liegt auf dem Einfluss innerparteilicher Prozesse und dem Streben nach Regierungsbeteiligung auf die Programmformulierung, da diese beiden Faktoren fast vollkommen in der aktuellen Literatur ausgeblendet werden. Wir argumentieren, dass die Notwendigkeit der Koalitionsbildung den Parteienwettbewerb zwischen potenziellen Koalitionspartnern dämpft, so dass ein arbeitsteiliger inhaltlicher Wettbewerb zwischen bestimmten Parteien resultiert. Darüber hinaus vermuten wir, dass die Anpassung des Programms an den Wählerwillen mit steigender Zeit in der Regierung geringer wird, weil die Parteimitglieder zunehmend weniger bereit sind, die inhaltlichen Kosten einer Regierungsbeteiligung zu akzeptieren. Einen zweiten, eigenständigen Effekt innerparteilicher Prozesse sehen wir darin, dass die Anpassungsfähigkeit der Parteiführung an den Wählerwillen umso geringer ist, je größer der Einfluss der Parteimitglieder auf die innerparteiliche Entscheidungen ist. Zudem erwarten wir, dass die Mitgliederentwicklung von Parteien deren programmatische Entwicklung beeinflusst. Alle Fragestellungen werden auf Basis von gepoolten Zeitreihen quantitativ untersucht.

Mitarbeiter: Simon Franzmann, Ingo Rohlfing

Publikationen:

Spies Dennis and André Kaiser: Does the Mode of Candidate Selection Affect the Representativeness of Parties?, Party Politics, first published online, 1 May 2012, DOI: 10.1177/1354068811436066.